• 02 Jan 2009 /  Latin America, Mexico 1 Comment

    Mit 1.972.550 Quadratkilometern ist Mexiko in etwa so gross wie das kontinentale Westeuropa (ohne Grossbritannien und Skandinavien, 2.169.000 km²). Um sich alles anzusehen, haetten wir sicher erheblich laenger als die zurueckliegenden vier Wochen im Land verbringen koennen. Die vielen Tipps zu befolgen, die wir noch waehrend unserer Tour bekommen hatten, haette mehrere Monate in Anspruch genommen. Da war es gut, dass wir einige Termine, wie den Besuch bei Kay in Cordoba und Silvester in Playa del Carmen einhalten mussten. So kamen wir schliesslich recht flott durch Mexiko durch.

    Nachdem wir am ersten Januar von Playa del Carmen Richtung Sueden nach Belize aufgebrochen sind, listen wir unsere Eindruecke uber Mexiko nachfolgend stichpunktartig auf:

    Essen:

    • Wir haben versucht moeglichst viele einheimische Gerichte zu probieren. Meist assen wir an kleinen Staenden am Strassenrand. Es gibt sowohl die bekannten Tacos und Tortillas als auch gefuellte Gorditas, Burritos oder belegte Brote, Tortas genannt.
    • Nach und nach probieren wir alle mexikanischen Biere durch. Dos-XX, Pacifica, Victoria, Indio, Sol, Dos-XX Amber, Tecate, Carta Blanca, Bohemia, Modelorama und Corona heissen die Marken.
    • Auch wenn es wie ein Klischee klingt: Generell isst man scharf. Sogar unser, an einem Strassenstand gekaufter, Obstsalat wurde mit reichlich Chilipulver gewuerzt.

    Verkehr:

    • LKWs blinken links als Zeichen, dass man ueberholen kann. Das ist zunaechst unlogisch, da es genau so gut heissen koennte, dass sie gleich links abbiegen. Vorsicht ist beim Ueberholen generell immer angesagt.
    • Sehr negativ sind uns in Mexico die sogenannten ‘Topes’ aufgefallen. Es sind kleine, auf die Strasse geteerte Huegel, die den Verkehr verlangsamen sollen. Das tun sie mit Erfolg. Diese “Huegelchen” sind zum Teil so hoch und steil, dass normale Autos darauf mit dem Bodenblech aufsetzen. PKW und LKW ueberfahren die Topes daher im Schrittempo oder bleiben davor gar kurz stehen. Leider sind die Topes innerhalb von Ortschaften oft alle 200m angebracht. Mit unseren Gelaendemotorraedern, koennen wir die Topes bei freier Strasse zwar zuegig ueberfahren, oft staut sich der Verkehr jedoch weit vor die Topes zurueck. Manche Verbindungetappe wurde uns dadurch so vermiest, dass wir auf teure gebuehrenpflichtige Autobahnen ausgewichen sind.
    • Zum Parken unserer Motorraeder ueber Nacht suchen wir uns moeglichst sichere Plaetze. Beim Campen schliessen wir sie zusammen und befestigen meist die Schnuere unseres Vorzelts an den Bikes. Bei Uebernachtungen in Hostals duerfen wir unsere Motorraeder meist im Innenhof oder an der Rezeption direkt im Hostal abstellen.
    • Die Fahrausbildung und Fuehrerscheinpruefung besteht angeblich aus einem kurzen, rein theoreischen Test. Das merkt man im Verkehr. Das Fahrkoennen der Meisten haelt sich in Grenzen.
    • Schilder mit Symbolen gibt es zwar auch, die allgemeinen Verkehrsregeln sind jedoch meist im Klartext auf grossen Schildern erklaert. Und davon gibt es in kurzen Abstaenden eine Menge. Eine Kostprobe, mit welchen Texten wir waehrend der Fahrt unterhalten werden: Beachtet die Schilder; Schilder nicht misshandlen; Helft uns die Schilder zu schuetzen; Bitte die Schilder gut behandeln; Nicht uebermuedet fahren; Wenn betrunken, nicht Autofahren; Haltet die Strasse sauber; Saubere Strasse bedeutet sichere Strasse; Strafe fuers Muell entsorgen mindestens 90 Gehaelter; Weniger Geschwindigkeit bedeutet mehr Sicherheit; Fahre vorsichtig – Deine Familie erwartet dich bzw. es; Nicht in der Kurve Parken; Nicht die durchgezogene Linie ueberfahren; Nutze den Sicherheitsgurt – er schuetzt Dein Leben; Schuetzt die Fussgaenger; Fuessgaenger zuerst; In Ortschaften langsamer fahren; Dran denken das Licht zu aendern; keine Steine auf die Strasse legen (Steine werden gerne als Warnung vor Gefahrenstellen, liegengebliebenen Autos oder zum Absperren von Baustellen auf die Strasse gelegt).
    • Mexikaner fahren gerne mit Warnblinklicht – beim langsam Fahren, rechts oder links abbiegen oder immer dann wenn sie selbst nicht wissen was sie eigentlich vor haben. Auf dem Schott-Firmenparkplaetzen ist es gar vorgeschrieben stets mit Warnblinker zu fahren.
    • Auf fahrenden Polizei-Pickups oder Militaerfahrzeugen stehen die Beamten meist auf der Ladeflaeche mit grossen Gewehren im Anschlag. Generell ist das Militaer und die Polizei sehr stark praesent.
    • Fahrzeuge aller Art werden bis auf den letzten Sitzplatz ausgenutzt. So haben wir Taxis mit 10 Personen. Motorraeder mit 4 Personen und Fahrraeder mit zusaetlichen Saetteln, z.B. auf dem Oberrohr und auf dem Gepaecktraeger gesichtet. Im Auto kann ein zusaetzliches Kind auch gut auf der Hutablage schlafen.
    • Generell sind die Strassen in Mexiko in einem sehr gutem Zustand und auch recht gut ausgeschildert.
    • Auf grossen Bundesstrassen und Autobahnen sind in unregelmaessigen Abstaenden und ohne ersichtlichen Grund Streckenabschnitte auf 60 oder 40 km/h begrenzt. Befolgt wird diese Begenzung jedoch von Niemandem.

    Sonstiges:

    • Das Toilettenpapier wirft man, wie in manch anderem Land auch, nach Gebrauch in einen bereitgestellten Eimer, nicht in die Schuessel. Die Leitungen und auch die Klaeranlagen verkraften das Papier anscheinend nicht.
    • Bei McDonalds schauen wir Kindern beim Zerschlagen von Pinchatas zu. Diese ulkigen Sterne mit einer Fussballgrossen Kugel als Koerper sind in Mexico typisch zur Weihnachtszeit. Im Innern der Kugel sind oft Suessigkeiten oder Fruechte eingepackt an die die Kinder durch zerschlagen des an einer Schnur von der Decke herunter haengenden Gebildes herankommen.
    • Am Strassenrand befinden sich in unregelmaessigen Abstaenden kleine Schreine mit Kreuzen oder Heiligenbildern. Sie sind of mit frischen Blumen und Kerzen geschmueckt.
    • Auch manche LKW und PKW tragen zur Weihnachtszeit ein mit Blumen verziertes Heiligen oder Jesusabbild am Kuehler.

    Mexiko Top 5:
    1. Landschaft und freundliche Leute auf Baja California
    2. Guanajuato und seine Unterwelt
    3. Das Wetter im Dezember
    4. Schwimmen in den Kaskaden von Aquas Azul
    5. unsere zuverlaessigen Suzukis

    Mexiko Low 3:
    3. Geschmacklose Tortillas als Beilage zum Essen
    2. Abgase in den Innenstaedten
    Platz 1: Die Topes !!

    Equipment Review:

    • Von unserer Kleidung haben wir alle Kleidungsstuecke bereits gebrauchen koennen und daher auch schon ein paar mal gewaschen. Von Shorts bis Fleecepullover wurde alles schon benoetigt.
    • Schoen ist, dass wir unsere Regensachen noch nicht wirklich benietigt haben. Es war zwar mal bewoelkt, ernsthaft geregnet hat es jedoch nur zu Zeiten zu denen wir gerade nicht gefahren sind. Beim Fahren waren es 30 Tage Sonnenschein, und das im Dezember. Unsere Regenbekleidung ist daher derzeit noch das “most useless piece of equipment”.
    • Der Werkzeugsatz war richtig gewaehlt, sowohl bei den Vorbereitungen in LA als auch beim ersten Service hat alles gepasst.
    • Von unseren Ersatz- und Verschleissteilen haben wir bis auf die Filter beim ersten Service noch nichts benoetigt.
    • Die Sonim-Telefone haben sich bewaehrt. Nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als Hammer, Taschenlampe und Wecker.
    • Durch unsere Funkverbindung untereinander faellt es uns leichter beim Fahren zusammen zu bleiben, da sowohl der voraus fahrende Hinweise auf die Verkehrslage geben kann, als auch der hinten fahrende jederzeit mitteilen kann, wie weit er gekommen ist. Auch zur Ankuendigung und Koordinierung von Fotostopps und Biopausen ist die Funkverbindung eine klasse Sache.
    • Die Pacafe Packsaecke bzw. deren Drahtgehause sind sehr praktisch, da wir unsere angeschlossenen Packsaecke damit stets unbeaufsichtigt auf den Motorraedern lassen koennen.
    • Auch die LidSafe Helmtaschen sind gut, wenn die Helme vor Ungeziefer, Wetter und neugierigen Blicken geschuetzt am Motorrad festgeschlossen werden.
    • Der Kartensatz von Reise-Know-How aus der World-Mapping-Project-Reihe ist wasser- und zerreisfest. Auch nach unzaehligem Falten, zeigen Die Karten noch keine Ermuedungserscheinungen. Auf Baja waren die Infos zu den Tankstellen und Campingplaetzen praktisch.
    • Das “Most used item” sind unsere Sonnenbrillen. Immer auf der Nase – ausser beim Schlafen.

    Datensammlung Mexiko (4.12.08 – 02.01.09:

    • 6725 gefahrene Kilometer (siehe Tracklog in der Kopfzeile)
    • 28 Tage Aufenthalt (durchschnittlich 240 km / Tag)
    • 67 US$ / Tag durchschnittliche Ausgaben (ohne Computerkauf, siehe Verteilung)

    Posted by bjoern @ 2:25

One Response

WP_Blue_Mist
  • Conny Says:

    Hi Ines, Hi Björn,
    ich wünsche Euch alles Gute für 2009 und noch eine ganz tolle Reise. Die Tips sind echt super, für uns ist es auch sehr hilfreich zu hören, welches Equipment und Zubehör sich lohnt. Wir haben Südamerika nun auch eingeplant und sind daher sehr gespannt auf Eure weiteren Berichte. Unsere erste Teneré steht nun schon vor der Tür, allerdings hat es heute erst mal geschneit….
    Viele Grüße aus Deutschland.
    Conny