• 31 Mar 2009 /  Chile, Latin America 4 Comments

    Die Nacht im Zelt war kalt. Bis zum Morgen hat es anscheinend auf einige Grad unter Null abgekuehlt. Die Cola-Flasche, die wir gestern zu unserem Benzin-Deal dazu bekommen hatten, steht morgens gefroren vor dem Zelt. Zum Fruehstueck gibt es nur Kekse und eisige Cola, denn wir haben noch keine Landeswaehrung mit der wir etwas kaufen koennten. Vom Geldmangel abgesehen gaebe es auf den naechsten 200 km Schotterpiste auch mit Geld keine Moeglichkeit, etwas zu kaufen.

    Generell kommt uns die Einreise nach Chile wie die Ankunft auf einem anderen Planeten vor. Nicht nur die Landschaft, die in Bolivien noch hell und grau und hier nun roetlich eingefaerbt ist, sondern auch die Menschen, Strassen und vor allem die erste Stadt, Calama, in der wir ankommen, erscheinen uns wie von einer anderen Welt.

    Die Grenzbeamten erledigten Ihren Job bereits sehr serioes und effizient, an den Strassenraendern gibt es Leitplanken, Katzenaugen und eine Menge sinnvoller Schilder. In Calama merken wir, wie gesittet und regelkonform all die gepflegten dicken Autos fahren.

    Einen Geldautomaten finden wir in einer grossen Shopping-Mall. Dieser Palast steht in krassem Kontrast zu den Tante-Emma-Laeden Boliviens, wo wir in zwei Wochen nicht einen einzigen Supermarkt gefunden hatten.

    Bei einer kleinen Motorradwerkstatt koennen wir die Motorraeder per Hochdruckreiniger von ihrer Salzkruste befreien und erneut in WD40 baden. Die Motorradwaesche dauert mehrere Stunden, bis alle Ecken und Ritzen von Salz und Schmutz befreit sind. Immerhin ist es, seit dem wir vor fast 20.000 km in Los Angeles losgefahren sind, die erste Waesche der beiden Schaetzchen.

    Auf gut ausgebauten Strassen fahren wir durch wuestenartige Landschaften bis Antofagasta an der Pazifikkueste. Auf dem Weg passieren wir etliche Kupfer-, Eisenerz- und Zink-Minen. Erst abends beim Lesen in unserem Reisefuehrer stellen wir fest, dass wir in Calama den Besuch der weltweit groessten Kupfermine verpasst haben. Gerne haetten wir uns auf einer der gefuehrten Touren die riesigen Fahrzeuge, die in der Mine umherfahren, angesehen. Dafuer die 250 km zurueck zu fahren, ist uns jedoch zu weit.

    Kurz nach Antofagasta biegen wir am naechsten Morgen auf eine vermeintliche Abkuerzung entlang der Pazifikkueste ab. Die Strecke entlang der Kueste gefaellt uns, obwohl teilweise geschotterte Wellblechpiste, besser als die eintoenige Panamericana durch die Wueste. Neben der wuestenartigen Landschaft zur einen, bietet das Meer mit zahlreichen zerkluefteten Buchten auf der anderen Seite eine willkommene Abwechslung fuers Auge.

    Auch in Chile gibt es Motels, die ueblicherweise Stundenweise vermietet werden. Als wir in zwischen La Serena und Coquimbo abends keine Unterkunft finden und wegen Bjoerns Erkaeltung nicht Zelten wollen, kommen wir, wie schon einmal in Mexico in einem solchen Etablissement fuer die Nacht recht guenstig unter.

    Um den verpassten Zwischenstopp in der Mine bei Calama zu kompensieren, halten wir bei einigen anderen Minen an. Das Sicherheitspersonal der Minen erklaert uns jedoch meist, dass die Minen bereits stillgelegt und im Rueckbau befindlich sind. Eine Besichtigung ist leider in keinem Fall moeglich. Wir bekommen einige Tipps fuer die Weiterfahrt und auch den Hinweis, dass es 200 km suedlich von Santiago wohl noch eine Mine geben soll, die besichtigt werden kann.

    In Valparaiso, 150km westlich von Santiago an der Kueste, legen wir einen Zwischenstopp bei Martina und Enzo in der Villa Kunterbunt ein. Die beiden sind bekannt fuer ihre professionelle Hilfe bei Motorradimport und -export. Das Haus der beiden ist von aussen zwar nicht so bunt wie erwartet, drinnen geht es jedoch kunterbunt drunter und drueber. Fuer die beiden ist Hochsaison, da gerade viele Motorradreisende ihre Maschinen nach Hause verschiffen. Es sind alle Zimmer belegt, so dass wir im ruhigen Nachbarhaus einer Freundin unterkommen. Hier ist das WLAN sogar schnell genug um einige von Ines’ geliebten Fernsehserien anzuschauen.

    Posted by bjoern @ 13:12

4 Responses

WP_Blue_Mist
  • Tine Says:

    Hi,
    immer wieder spannend was von euch zu lesen!
    Es könnte schlimmer sein -:)
    Hier wird es langsam Fruehling und damit leichter morgens aufzustehen!
    Gruß Dirk

  • Monia & Luca Says:

    Hi Guys!!! We always follow your trip adventures expecially now that our is finished. We are in Italy at home starting to prepare the beach for the new summer season. We can see that you have done such many kilometres so far… last year we travelled in south america and we can understand the difficulty to drive there with a bike( we travelled there with an overland-truck like tesomobil!!!) but what wonders have south america to offer… too much. We hope everything will be good for U. A big Kiss ciaoooo Monia&Luca

  • Lella & Tommi Says:

    Hallo Ihr beiden!
    Mensch, Ihr seid aber flink unterwegs! Wir hatten die Hoffnung, Euch noch einmal über den Weg zu fahren, um mit Euch ein Bierchen zu trinken, aber bei Eurem Tempo kommen wir mit unserem alten LKW nicht hinterher! Sehr bedauerlich!
    Dennoch weiterhin eine gute Reise und liebe Grüße aus Alto del Carmen
    Lella & Tommi

  • Jose Luis Otero Says:

    Hallo Friends
    ein Tip ,aber sicher ihr kennt,
    Die Fluglinier http://www.lan.com fliegt täglich Santiago-Madrid-Frankfurt für ein gute Preis

    Viel Spass
    Otero