• 11 Oct 2015 /  Australia Comments Off on Zucker, Rutschen und griechische Kultur

    Nicht ohne Grund hat die Stadt Tully Gummistiefel als Wappenzeichen, denn es ist die regenreichste Stadt Australiens. Zusätzlich beherbergt es die Rohr-Zuckerfabrik für die umliegende Gegend. Die Gelegenheit einer Fabrikbesichtigung lässt sich Bjoern nicht entgehen. Die Kinder dürfen aus Sicherheitsgründen nicht an der Führung teilnehmen. So bleibt Ines mit Ihnen auf dem Spielplatz. Nach deutschen Sicherheitsstandards ist der Betrieb der Fabrik eher bedenklich. Insbesondere da es keine separaten Besucherbereiche gibt und die Führung direkt durch die Arbeitsbereiche führt ist es interessant. Die Teilnehmer werden immer wieder darauf hingewiesen, doch bitte in keine der Maschinen oder kochend heissen Becken zu fallen und auch in keine, ohne Abdeckung laufendenden Zahnräder und Riemen zu greifen. Mit 2,3 Millionen Tonnen Zuckerrohr jährlicher Verarbeitungskapazität ist die Fabrik und die umgebende Logistik beeindruckend.

    Einige Kilometer südlich finden wir im Paluma National Park die “Rock Slides” des Big Crystal Creeks. Hier können wir mit den Kindern nicht nur im Wasser planschen, sondern auch über in den Fels erodierte Rinnen rutschen. Das macht den Kindern so viel Spass, dass wir gleich zwei Tage bei den Steinrutschen und dem “Paradise Pool” des Big Crystal Creeks bleiben.

    Wie allgemein bekannt gibt es in Australien allerlei natürlicher Gefahren. Sogar am Straßenrand haben wir einmal ein herumliegendes Krokodil gesehen. Da die Sonne häufig erbarmungslos herunterbrennt, sind die Kids stets mit UV-abweisenden Schwimm-Shirts ausgerüstet und wir alle vier tragen Kappen. An den meisten Stränden der Ostküste wird zudem vor lebensbedrohlichen “Jelly-Box”-Quallen gewarnt. Diese fiesen Kreaturen sind im Wasser unsichtbar und können durch Ihre Tentakeln einen Schock auslösen, der zur Bewusstlosigkeit und damit zum Ertrinken führt. Es ist daher angeraten, stets mit langen Ärmeln und Hose (z.B. Neoprenanzug) ins Wasser zu gehen. Das Risiko, die Quallen zu treffen, ist erst ab November hoch. Dennoch rüsten wir uns in der nächsten Stadt mit geeignetem Schwimmzeug und größeren Hüten aus.

    In Townsville legen wir wetterbedingt übers Wochenende eine Reisepause ein. Um, wie geplant, auf Magnetic Island Schnorcheln zu gehen, ist das Wetter zu trüb und stürmisch. Umso mehr sind wir von Townsville überrascht. Es gibt nicht nur neben dem Castle Hill, in Strandnähe ein riesiges Fels-Schwimmbad (the Rock Pools) sondern auch eine River-Lagoon, in der die Kinder planschen können. Beide sind extrem sauber und mit exzellenten Aussenanlagen und allem was zu guten Freibädern dazu gehört, ausgestattet. Nicht nur die Freibäder sind in Townsvile kostenfrei, zusätzlich ist die Stadt noch mit kostenlosen W-Lan ausgestattet. Generell sind wir über die staatliche, kostenfreie Infrastruktur in weiten Teilen Australiens überrascht. Das Netz an kostenfreien öffentlichen Toiletten, National-Parks und Gas-befeuerten öffentlichen Grillplätzen ist erstaunlich dicht.

    Im Park neben der River-Lagoon findet prompt an diesem Wochenende das jährlich größte Festival der Stadt statt: “The GREEK fest”. Ein Kulturfestival aller in der Region lebenden Griechen. Bjoern nimmt an der “Plate Smashing Competition” teil und Ines versucht sich im Weintrauben-Stampfen.

    Im Park des Fests durften wir leider nicht übernachten. Um 3 Uhr nachts werden wir von der Security aus dem Bett gerissen und zum umparken aufgefordert. Für unseren Schnorchelausflug auf Magnetic Island erhoffen wir uns für Montag gutes Wetter.

    Posted by bjoern @ 5:49

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